Wer hier schreibt und wie alles angefangen hat
- SaSchi
- 13. Sept. 2023
- 3 Min. Lesezeit
Aller Anfang….
Seit knapp einem Jahr studiere ich den Masterstudiengang Kulturelle Bildung an Schulen und hier liegt auch der Anfang dieses Blogs als eine Studienleistung. Anders als die meisten Blogger habe ich nicht frei nach einer Markt-Nische gesucht, sondern die Aufgabe angenommen und mich in eine Art geistige Schwangerschaft begeben. Ein Blog soll es also werden, eine interessante Aufgabe, deren Herausforderungen individuell sicher ganz unterschiedlich gelagert sind.
Aufgrund einer guten, vielleicht aber auch optimistischen Selbsteinschätzung, macht mir das Texten erst einmal weniger Sorgen. Ein Thema, das mich beschäftigt, zu dem habe ich auch etwas zu sagen. Die technische Seite des Blogs – Bearbeitungstools, Preview, wer sieht was ab wann... – beunruhigt mich da schon eher. Deshalb melde ich mich folgerichtig für das Tutorial zum Blog an und atme erst einmal durch.
Da ich berufsbegleitend studiere, lassen mein Job und weitere Studienaufgaben die Zeit nur so fließen. Je näher aber der Termin des Tutorials und entsprechende Mitteilungen folgen, desto mehr schwindet meine Zuversicht. Die Informationen zum Blog werden sich auf ein Content-Management-System beziehen, das zunächst nicht meine erste Wahl wäre. Bliebe immer noch die Möglichkeit, im Tutorial allgemeine Informationen und Tipps abzustauben, die für die Arbeit an einem Blog gelten, egal welche Plattform ich wähle.
Die Vorstellung, sich mit meinen Kommiliton:innen, die über sehr unterschiedliche technische Kenntnisse und Ausrüstung verfügen, zeitgleich mit den Funktionen des Blogs vertraut zu machen und erste Aktionen durchzuführen (Wo finde ich den „Button XY“? Meine Internetverbindung ist nicht stabil!), hat mich jedoch endgültig kapitulieren lassen, nicht weil ich mich überlegen fühlte, sondern weil ich fürchtete, dass sich meine Verwirrung eher potenziert. In vielen Situationen kann die Schwarmintelligenz Erstaunliches bewirken. Hier habe ich für mich dieses Potenzial nicht gesehen.
Also beginne ich eigenständig zu recherchieren, mein Umfeld zu befragen, Anbieter zu testen. Nach einigen Anläufen habe ich mich mit der Technik angefreundet und beginne meinen Weg als „Teilzeit-Bloggerin“.
Der Blog muss einen Namen haben
Menschen, ihre Motive, Haltung und Handlungsweisen im Alltag, wie auch in schwierigen Situationen faszinieren mich, seit ich denken kann. Ich wage die steile These, dass fast alles – alltägliches Miteinander, technische, politische, soziale Veränderungen, das Gelingen eines Projektes – von den Beziehungen der Akteur:innen untereinander abhängt. Ist es möglich, sich aufeinander einzulassen, ist Vertrauen gewachsen, gibt es eine Fehlerkultur; erweitern sich plötzlich die Handlungsmöglichkeiten. Herrscht dagegen Misstrauen und Unsicherheit, geht es ums „Recht behalten“, schrumpfen Handlungs-räume schmerzhaft.
Ein konstruktives Miteinander bedingt deshalb die Bewegung aller Beteiligten weg von ihrem Ausgangspunkt, hin zu etwas Neuem. Wenn sich alle in einen Prozess bewegen, liegt „das Neue“ dazwischen, ergibt sich etwas, das nicht lange im Voraus schon feststand. Damit war der Titel dieses Blogs geboren: „Dazwischen ist ein Ort“. Dazwischen bewege ich mich, zeitgleich als Lernende und Expertin, je nachdem.
Gerade noch freue ich mich über die Geburt des Blog-Titels, da fällt mir auf, dass das „Dazwischen“ in unserem Sprachgebrauch häufig nicht positiv belegt ist. Wer will schon „zwischen den Stühlen sitzen“, „nicht Fisch, nicht Fleisch“-, „nichts Halbes, nichts Ganzes“ sein? Nun, klare Entscheidungen oder Meinungen sind wichtig, keine Frage. Vielleicht gehört, ergänzend dazu, Zwischen-Räume als Begegnungs- und Entwicklungsräume zu entdecken und etablieren zu einem der Abenteuer unserer Zeit.
Dazwischen ist (m)ein Ort
Als ich 1990 von den neuen in die alten Bundesländer zog, wurde ich über Nacht für mein Umfeld, das ich zurückließ, ein „Wessi“, während ich an meinen neuen Wohnort die Zugezogene aus dem Osten war und blieb. Sich plötzlich zwischen den Welten zu befinden war eine irritierende Erfahrung und zunächst hatte ich den Eindruck eher aus etwas heraus, als in etwas Neues hineingefallen zu sein. Erst mit den Jahren wurde immer deutlicher, welche Chance darin liegt, mit beiden, sich einander so lange fremd bleibenden, deutschen Kulturen vertraut zu sein.
In meiner jetzigen Arbeit als Berufsorientierungscoach an Schulen wurde das „Dazwischen“ zu meinem „Arbeitsraum“ im Schulalltag. Ich habe ein Büro an der Schule, bin fest in die schulischen Abläufe integriert, mein Arbeitgeber ist aber der Landkreis. Damit geschieht alle Kooperation an der Schule auf freiwilliger Basis. Eine vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den Lehrerkolleg:innen, der Stufen- und Schulleitung ist essenziell für meine Arbeit, ungeachtet der Lager, die sich in einem Kollegium bilden und miteinander hadern. Dazwischen habe ich mich auch in meiner Studiengruppe wiedergefunden, zwischen Lehrer:innen und Künstler:innen.
Nicht immer ist das „Dazwischen“ ein Ort, auf den wir uns aktiv zubewegen. Hin und wieder befördern uns die Umstände ins „Dazwischen“ und erfordern eine Einordnung der Situation. Und nicht immer erschließt sich einem gleich das „Dazwischen“ als Möglichkeit. Es bleibt ein in jeder Hinsicht offener Lernprozess.
Was also kann helfen, dass ein konstruktives Miteinander nicht einem glücklichen Zufall überlassen bleibt und sich eine neue Sicht auf das „Dazwischen“ entwickelt? Und was wird möglich, wenn mehr „Dazwischen-Räume“ entstehen? Fragen, die sich auf viel Lebensbereiche beziehen können. Als Studierende des Studiengangs „Kulturelle Bildung“ an Schulen“ liegt mein Focus in diesem Blog auf dem Lebens- und Bildungsraum Schule und ihren Kooperationspartner:innen
. Der Blog eröffnet mir nun eine Möglichkeit, diesen Themen nachzugehen. Ich freue mich darauf und hoffe, ihr begleitet mich ein Stück des Weges.




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